Home News Portfolio Über mich Kontakt BLOG Publikationen Links

Naturfotographie

Manfred Kuster

Schottland / Februar 2016

Am ersten Tag der Reise hat uns ein lokaler Guide in das Gebiet der Schneehasen geführt. Leider war der Berg noch kaum schneebedeckt. Schon aus grosser Distanz konnte man daher die grau-weissen Hasen erkennen. Langsam näherten wir uns dem begehrten Fotoobjekt, bis wir unsere Objektive nur noch ca. 10m vor seiner Nasenspitze positioniert hatten. Um im winterlichen Klima möglichst viel Energie zu sparen, sitzen die Schneehasen die meiste Zeit regungslos an Ort. Nur alle 20-30 Minuten Strecken sie sich und schütteln sich im Regen das nasse Fell. Dies sind dann die Augenblicke, in denen auch der Fotograph aus dem Ruhemodus erwachen sollte.

Abends zeigte sich die Sonne wider erwarten doch noch, was uns ermöglichte Moorhühner (Red Grouse) im besten Licht zu fotografieren. Besonders beeindruckend ist deren Tarnung, sodass sie in der Heidelandschaft oft kaum zu erkennen sind.

Der nächste Tag führte uns wieder ins Reich des Schneehasen, dieses mal ohne Guide. An diesem Tag waren bereits andere Fotographen an der uns bekannten Stelle unterwegs, sodass uns ein ortskundiger Fotograph einen Tipp gab, wo alternativ auch Hasen zu sehen sein sollten. Dieser Empfehlung folgend, mühten wir uns gegen den Wind einen Berg hoch, auf dessen Rückseite wir hofften, die Hasen zu sehen. Bei Sturmböen und einsetzendem Schneefall war die Sicht kaum mehr als 20m. Es war daher nahezu unmöglich die Schneehasen auf größere Distanz auszumachen, da sie sich zudem noch hinter Steinen versteckten. So vorsichtig und langsam wir uns auch bewegten, ein Schneehase nach dem anderen hoppelte plötzlich vor uns auf und davon.

Der starke Schneefall hüllte die Landschaft innerhalb von wenigen Stunden in ein winterliches weiß. Nach den davonlaufenden Hasen, versuchten wir unser Glück nochmals an der Stelle vom Vortag und wurden mit den erhofften Motiven belohnt.
Auch wenn meine Kamera laut Herstellerangaben wasserdicht sein sollte, rebellierte sie auf der Rückfahrt und zeigte besorgniserregende Geräusche und Fehlermeldungen. Nachdem ich sie eine Nacht lang "trocknen" liess, hat sie am Morgen glücklicherweise den Betrieb wieder aufgenommen.


Zwei Tage später versprach das Wetter weniger Wind, mit vereinzelten Sonnenstunden. Mit dieser Aussicht, machten wir uns schon morgens früh auf ins Gebiet der Schneehasen. Schon auf der Fahrt sahen wir eine Gruppe von Hirschen, die aber außerhalb der Fotodistanz lagen.
Nachdem es die letzten beiden Tage oft geschneit hatte, war der ursprünglich noch braun-grüne Berg nun komplett weiss Auf dem Weg zu den Hasen sahen wir plötzlich eine Herde von Hirschkühen, die sich bergauf bewegte und sich ideal für ein Foto präsentierte.
Erstaunlicherweise sind die Schneehasen bei diesem monotonen Hintergrund besser zu erkennen, da sie nämlich eher grau wie gänzlich weiss sind. Zusätzlich können auch deren kleine Kulen, wo sie tagsüber die meiste Zeit dösen, einfach lokalisiert werden, da der "Aushub" davor ein klares Indiz ist. An diesem Tag waren auch verschiedentlich Rivalitäten zu sehen, die zu wilden Jagden führten. Dass die Hasen ihr Futter auch unter einer Schneedecke finden, haben sie uns an diesem Tag eindrücklich bewiesen. Mit den Vorderfüssen schaufeln sie den Schnee nach hinten und legen so die kargen Stauden frei, von denen sie sich ernähren.

Am nächsten Tag hatten wir einen Ausflug zu einem Ranger (Alvie Estate) geplant, der im Winter täglich Futter verteilt und damit Hirschen anzulocken vermag. Damit näherten sich die Hirschen bis auf wenige Meter an. Dies ermöglicht uns Aufnahmen, wie sie sonst von diesen scheuen Tieren kaum möglich sind. Nach einer knappen Stunde war das Futter offensichtlich bereits aufgebraucht, sodass sich die Hirschen wieder auf und davon machten.